Die Fertilitätsprogramme von PostEra wurden von EMD Serono, Inc. übernommen

09.09.2026

BOSTON, 9. September 2026 /PRNewswire/ -- PostEra, ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf künstliche Intelligenz für die Entdeckung niedermolekularer Wirkstoffe sowie die Reproduktionsendokrinologie spezialisiert hat, gab heute bekannt, dass EMD Serono, Inc., der Unternehmensbereich Healthcare der Merck KGaA, Darmstadt, Germany, in den USA und Kanada, zwei Programme von PostEra für Indikationen im Bereich Fertilität erworben hat.

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In den letzten zwei Jahren hat PostEra seine KI-Plattform Proton genutzt, um neuartige niedermolekulare Therapien in den Bereichen Frauengesundheit sowie Fertilität zu entwickeln; große Märkte, die fast vollständig von injizierbaren Medikamenten abhängig sind und in denen noch ungedeckter Bedarf hinsichtlich des Patientenkomforts besteht, dem die heutige Biopharmaindustrie Rechnung tragen muss.

Im Bereich Fertilität wurde Proton zur Entwicklung einer Reihe neuartiger Agonisten des Rezeptors für follikelstimulierendes Hormon (FSHR) zur ovariellen Stimulation bei IVF eingesetzt. Parallel dazu entwickelte PostEra zudem neuartige niedermolekulare Agonisten des Rezeptors für luteinisierendes Hormon/Choriogonadotropin (LHCGR) zur Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit und zur Ovulationsauslösung bei IVF. In präklinischen Studien hat der LHCGR-Agonist als Monotherapie das Potenzial gezeigt, eine orale Alternative zu injizierbaren hCG-Therapien für ausgewählte Patienten mit männlicher Unfruchtbarkeit darzustellen. Eine Kombination aus FSHR- und LHCGR-Agonisten könnte das derzeitige IVF-Protokoll möglicherweise von Injektionen auf eine vollständig orale Therapie umstellen; ein entscheidender Fortschritt bei der Behandlung von Frauen, die sich einer IVF unterziehen.

EMD Serono hat die Programme von PostEra für FSHR- und LHCGR-Agonisten übernommen. Nach Abschluss der Transaktion wird EMD Serono die alleinige Verantwortung für die weitere Entwicklung sowie die mögliche Vermarktung der Programme weltweit übernehmen. Beide Programme befinden sich derzeit in der präklinischen Entwicklung, und ihre Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen sind noch nicht nachgewiesen.

„Wir betrachten diese Transaktion als Bestätigung sowohl für das sehr reale Potenzial im Bereich Frauengesundheit und Reproduktionsendokrinologie als auch für die Stärke unserer Proton‑Plattform bei der Entwicklung hochwertiger klinischer Wirkstoffkandidaten gegen anspruchsvolle Zielstrukturen. Sowohl FSHR als auch LHCGR sind Zielstrukturen, deren Eignung durch Biologika bestätigt wurde, doch in den vergangenen Jahrzehnten gab es kaum Fortschritte bei der Entwicklung oral bioverfügbarer niedermolekularer Wirkstoffe gegen diese Zielstrukturen. Unsere Arbeit im Bereich FSHR und LHCGR ist ein klarer Beleg dafür, wie die Proton‑Plattform bei anspruchsvollen Aufgaben der Medizinalchemie entscheidende Fortschritte erzielen und eine neue Ära der Fertilitätsbehandlung einläuten kann", sagte Dr. Lee, wissenschaftlicher Leiter von PostEra.

„Unser Maßstab für KI bei PostEra waren schon immer hochwertige chemische Verbindungen. Wir beurteilen uns nicht einfach danach, ob wir bei einer Kennzahl besser abschneiden oder eine Rangliste anführen, sondern danach, ob wir tatsächlich vielversprechende neue Therapien entwickeln können, die das Potenzial haben, die Gesundheit von Menschen zu verbessern. Mit Blick auf unsere Pipeline im Bereich Fertilität freuen wir uns sehr, dass EMD Serono, Inc., ein weltweit anerkannter Akteur in diesem Bereich, diese Programme weiter vorantreiben wird", fügte Aaron Morris, Geschäftsführer von PostEra, hinzu.

 

 

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Roche beschleunigt Entwicklungszeiten und rückt wachstumsstarke Projekte in den Vordergrund

08.10.2026

Roche versucht nach einer Phase von Forschungsrückschlägen und Belastungen durch auslaufende Patente, das Tempo in der Medikamentenentwicklung deutlich zu erhöhen. Am Pharma-Investorentag unterstrich die Pharmasparte des Basler Konzerns den Anspruch, in Forschung und Entwicklung weiter zur Spitzengruppe zu gehören. Zentral sind dabei ein strengeres Management der Pipeline, Effizienzprogramme und der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz entlang der Wertschöpfungskette.

Pharma-Chefin Teresa Graham verwies auf eine sichtbar verbesserte Bilanz seit dem letzten „Pharma Day“: In zehn zulassungsrelevanten Studien habe Roche die gesetzten Ziele erreicht, sechs Programme seien in die zulassungsrelevende Phase vorgerückt, drei weitere in Phase II. Insgesamt verfügt Roche nach eigenen Angaben über bis zu 20 neue Wirkstoffe, die bis 2030 auf den Markt kommen könnten. Einzelne Kandidaten wie das Brustkrebsmittel Giredestrant traut der Konzern dabei jeweils Spitzenumsätze im zweistelligen Milliardenbereich zu.

Um diese Ambitionen abzusichern, verschärft Roche die internen Selektionskriterien. Ende 2023 führte der Konzern mit „The Bar“ einen neuen Bewertungsrahmen für die Pipeline ein. Nur Wirkstoffkandidaten, die klar definierte Anforderungen erfüllen, werden weiterentwickelt. Medizinchef Levi Garraway bezeichnete „The Bar“ als Leitbild für Forschung und Entwicklung. Die Auswahl potenzieller Projekte sei damit spürbar strenger geworden – mit dem Ziel, Ressourcen konsequent auf die Erfolg versprechendsten Programme zu konzentrieren und die Erfolgsquote in späten Studienphasen zu stabilisieren oder weiter zu erhöhen.

Parallel dazu treibt Roche ein Effizienzprogramm voran, um Mittel aus weniger renditestarken in wachstumsstärkere Projekte umzuschichten. Die Entwicklung neuer Medikamente soll deutlich beschleunigt werden, was insbesondere in umkämpften Indikationen wie Onkologie sowie in wachstumsstarken Bereichen wie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen an Bedeutung gewinnt. Damit will Roche erwartete Umsatzeinbussen durch Patentabläufe mehr als kompensieren und sich bis zum Ende des Jahrzehnts ein Portfolio aufbauen, das von mehreren potenziellen Blockbustern getragen wird.