Schärfere Brandregeln: Schweiz führt ab April Pyrotechnik-Verbot in öffentlichen Bereichen ein

01.04.2026


Die Schweizer Behörden ziehen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 41 Todesopfern erste regulatorische Konsequenzen: Ab 1. April ist der Einsatz von Pyrotechnik in öffentlich zugänglichen Räumen im ganzen Land untersagt. Darauf hat sich ein Gremium der Baudirektorinnen und -direktoren aller 26 Kantone geeinigt. Das Verbot gilt insbesondere für Innenräume, in denen sich Publikum aufhält, und soll das Risiko ähnlicher Unglücke deutlich senken.

Auslöser der Verschärfung ist das Feuer in der Silvesternacht in Crans-Montana, bei dem nach Angaben der Behörden eine funkensprühende Partyfontäne Schaustoff an der Decke entzündet hatte. Die Flammen breiteten sich rasch aus, 41 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden zum größten Teil schwer verletzt. Das kantonale Gremium wertet das Pyrotechnik-Verbot als unmittelbare Lehre aus der Tragödie und als Übergangsmaßnahme, bis ein umfassenderes Regelwerk greift.

Parallel zu dem schnellen Verbot arbeitet die Schweiz an einer grundlegenden Revision ihrer Brandvorschriften. Die laufenden Abklärungen und technischen Detailarbeiten werden jedoch noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen; die neuen Vorschriften sollen nach aktueller Planung erst im Herbst 2027 in Kraft treten. Bis dahin soll das Pyrotechnik-Verbot in öffentlich zugänglichen Räumen eine zusätzliche Sicherheitsbarriere bilden und das Gefahrenpotenzial bei Veranstaltungen begrenzen.

Für Veranstalter und Betreiber von öffentlich zugänglichen Räumen bedeutet die Entscheidung, dass sie ihre Sicherheitskonzepte anpassen und auf alternative Showeffekte ausweichen müssen. Branchenvertreter dürften sich auf höhere Planungsanforderungen einstellen, während die Politik den Schritt als Signal versteht, dass Brandschutz eine höhere Priorität erhält. Die Maßnahmen illustrieren, wie die Schweiz nach dem Unglück von Crans-Montana versucht, den Schutz von Gästen und Personal in Veranstaltungsorten verbindlicher zu regeln.

Other news

Zürcher Uhrengeschichte endet: Patek Philippe verwandelt Beyer in Marken-Salon

01.04.2026


Die Chronometrie Beyer, nach Unternehmensangaben das älteste Uhrengeschäft der Welt, stellt ihren Betrieb an der Zürcher Bahnhofstrasse ein. Das 1760 gegründete Familienunternehmen, das seit 1927 am heutigen Standort ansässig ist, wird zum Jahreswechsel von der Genfer Luxusuhrenmarke Patek Philippe übernommen. Bereits heute betreibt Patek Philippe in den Räumlichkeiten der Familie Beyer eine eigene Boutique, die im Zuge der Übernahme ausgebaut und bis 2027 zu einem grossen Flagship-Salon an der Bahnhofstrasse weiterentwickelt werden soll.

Auslöser für das Ende des Traditionshauses ist das Fehlen einer familieninternen Nachfolge. Nach dem überraschenden Tod des langjährigen Patrons René Beyer im April 2025 im Alter von 61 Jahren hatte seine Schwester Muriel Zahn‑Beyer die Geschäftsführung übernommen. Weder sie noch ihr Bruder haben Kinder. Nach eigenen Angaben beschäftigt sie die Frage eines Endes der Chronometrie Beyer bereits seit über 20 Jahren. Die nun gewählte Lösung mit Patek Philippe sei «die bestmögliche», sagt sie – und entspreche dem ausdrücklichen Wunsch ihres Bruders, der den Verkauf bereits zu Lebzeiten vorbereitet habe.

Der Schritt hat spürbare Folgen für die Belegschaft: Von insgesamt rund 60 Mitarbeitenden werden etwa ein Drittel von Patek Philippe übernommen, rund 35 Beschäftigte verlieren ihre Stelle an der Bahnhofstrasse. Zahn‑Beyer spricht von unternehmerischer Verantwortung und kündigt an, die Betroffenen in der Übergangsphase bestmöglich zu unterstützen, etwa durch frühzeitige Kommunikation und Zeit für die Neuorientierung. Für die bestehende Patek-Kundschaft soll sich hingegen wenig ändern, da dieser Teil des Geschäfts nahtlos weitergeführt werden kann.

Mit der Transformation des Standorts nimmt die Präsenz von Monomarken-Boutiquen an der Zürcher Luxusmeile weiter zu. Patek Philippe erhöht die Zahl seiner Salons mit Zürich auf insgesamt vier, neben dem Stammhaus in Genf sowie Boutiquen in Paris und London. Die Genfer Marke gilt als eine von zwei grossen Uhrenherstellern, die weiterhin eng mit dem Fachhandel kooperieren, während ein Grossteil der Konkurrenz stärker auf eigene Vertriebskanäle setzt. Für den lokalen Detailhandel bedeutet das Aus der Chronometrie Beyer dennoch das Ende eines über 260-jährigen Kapitels Zürcher Uhrengeschichte.