Roger Nordmann dürfte Gesundheits- und Sozialdepartement im Kanton Waadt übernehmen

30.03.2026


Roger Nordmann zieht in die Waadtländer Kantonsregierung ein und sichert der Linken damit ihren dritten Sitz im siebenköpfigen Staatsrat. Der SP-Politiker setzte sich in der Stichwahl gegen den SVP-Kandidaten Jean-François Thuillard durch und verteidigte so den Regierungssitz seiner zurückgetretenen Parteikollegin Rebecca Ruiz. Nordmann erzielte 51,04 Prozent der Stimmen und lag damit rund 6800 Stimmen vor seinem bürgerlichen Rivalen.

Der 53-Jährige hatte im ersten Wahlgang noch knapp hinter Thuillard gelegen, konnte das Kräfteverhältnis nun aber drehen. Entscheidend war vor allem die starke Mobilisierung in den städtischen Gebieten. In seiner Heimatstadt Lausanne erreichte Nordmann ein Spitzenresultat, während Thuillard vor allem in kleineren Gemeinden vorne lag. Nordmann erklärte im Anschluss, dass für ihn mit dem Eintreffen der Resultate aus Lausanne klar gewesen sei, dass er die Wahl gewinnen könne.

Rückenwind erhielt der Sozialdemokrat offenbar auch aus dem linken Lager ausserhalb der SP. Beobachter führen seinen Erfolg unter anderem auf Stimmen der Kandidatin Agathe Raboud Sidorenko zurück, die für das Bündnis «Ensemble à gauche» in der ersten Runde rund 18'000 Stimmen geholt hatte und danach auf eine weitere Kandidatur verzichtete. Mit dem Wahlsieg bleibt das Kräfteverhältnis im Waadtländer Staatsrat bestehen: Drei Sitze werden von der Linken gehalten – durch Nordmann, Nuria Gorrite (SP) und Vassilis Venizelos (Grüne) – vier von bürgerlichen Vertretern.

Für Nordmann markiert die Wahl einen Karriereschritt: Nach mehr als 20 Jahren im Nationalrat übernimmt er erstmals eine Exekutivfunktion. Er dürfte das Departement für Gesundheit und Soziales (DSAS) übernehmen, das zuvor von Rebecca Ruiz geführt wurde. Angesichts der politischen und fachlichen Komplexität des Ressorts sprach Nordmann von einer «grossen Aufgabe» und davon, er müsse nun «zwei Berufe gleichzeitig erlernen» – den des Staatsrats und den des Departementsvorstehers.

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Hochrechnung lag richtig beim Lager, falsch beim SVP-Ziel: Bern bleibt bei 4:3

30.03.2026


Der Kanton Bern setzt in seiner Exekutive auf Kontinuität: Die Kräfteverhältnisse im siebenköpfigen Regierungsrat bleiben nach den Wahlen vom Sonntag unverändert. Das bürgerliche Lager hält weiterhin vier Sitze, die Linke drei. Damit ist der Versuch der SVP gescheitert, mit einem dritten Mandat ihre Position in der Kantonsregierung auszubauen.

Den besten Stimmenanteil erzielte Finanzdirektorin Astrid Bärtschi (Mitte) mit 138'672 Stimmen, gefolgt von der bisherigen SP-Regierungsrätin Evi Allemann mit 129'824 Stimmen und Sicherheitsdirektor Philippe Müller (FDP) mit 120'623 Stimmen. Auf Platz vier folgt mit 109'078 Stimmen der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP), der neu in die Kantonsregierung einzieht und damit seinen Parteikollegen, den bisherigen Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP, 108'022 Stimmen), knapp übertrifft.

Auch auf linker Seite kommt es zu personellen Verschiebungen: Nationalrätin Aline Trede (Grüne) schafft mit 101'511 Stimmen den Sprung in die Regierung. Für Spannung sorgte der Kampf um den siebten Sitz, der zum Showdown zwischen dem Langenthaler Stadtpräsidenten Reto Müller (SP) und dem SVP-Kandidaten Daniel Bichsel wurde. Am Ende setzte sich Müller mit 99'021 Stimmen knapp durch und verhinderte damit, dass die SVP ihren zweiten Sitz zulasten der Linken ausbauen konnte.

Bereits am Nachmittag hatte eine vom Kanton in Auftrag gegebene Hochrechnung des Instituts gfs.bern signalisiert, dass die Bürgerlichen ihre Mehrheit verteidigen dürften, während das SVP-Ziel eines dritten Sitzes in Reichweite, aber nicht gesichert schien. Diese Prognose bestätigte sich am Abend: Die parteipolitische Zusammensetzung des Gremiums bleibt mit 2 SVP-, 1 FDP-, 1 Mitte-, 2 SP- und 1 Grünen-Sitz stabil, auch wenn auf beiden Seiten neue Gesichter in die Berner Kantonsregierung einziehen.