
Der österreichische Markt für Eigentumswohnungen hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich von den schwächeren Vorjahren erholt. Laut aktuellem REMAX-ImmoSpiegel wurden von Jänner bis Juni österreichweit 24.106 Wohnungen für neue Eigentümer im Grundbuch eingetragen – ein Plus von 25,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025. Damit liegen die Transaktionen erstmals seit 2022 wieder über dem Zehnjahresschnitt und nur noch 8,2 Prozent unter dem Rekordniveau von damals.
Mit der steigenden Zahl an Verkäufen kletterte auch der Gesamtwert der Transaktionen: Bundesweit erhöhten sich die verbücherten Volumina um 26,9 Prozent von 5,59 auf 7,09 Milliarden Euro. In Niederösterreich legte der Umsatz sogar um 41,7 Prozent auf 673 Millionen Euro zu. Dort wechselten im ersten Halbjahr 2.999 Wohnungen den Eigentümer, um 39,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nur das Burgenland verbuchte im Bundesländervergleich einen noch stärkeren prozentuellen Zuwachs.
Preislich zeigt sich ein differenziertes Bild. Österreichweit stieg der typische Kaufpreis laut REMAX nur moderat um 1,6 Prozent von 263.639 auf 267.839 Euro. Die angebotenen Wohnungen wurden im Schnitt größer, wodurch der durchschnittliche Quadratmeterpreis sogar um 1,5 Prozent auf 4.234 Euro sank. In Oberösterreich und Niederösterreich verlief die Entwicklung anders: In Oberösterreich stieg der Quadratmeterpreis auf durchschnittlich 3.699 Euro und damit um knapp neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Niederösterreich erhöhte sich der durchschnittliche Wohnungspreis um 2,6 Prozent auf 213.112 Euro. Innerhalb des Bundeslands reicht die Spanne von rund 269.700 Euro im Bezirk Mödling bis zu knapp 86.900 Euro im Bezirk Gmünd.
Parallel zur Markterholung schlägt die Branche bei der Angebotsseite Alarm. Der Anteil neuer oder generalsanierter Eigentumswohnungen von Bauträgern ist österreichweit weiter rückläufig und sank laut ImmoSpiegel auf 23,4 Prozent aller Verkäufe; im Jahr 2021 hatte dieser Wert noch bei 37,7 Prozent gelegen, 2023 bei rund einem Drittel. Marktbeobachter sehen darin eine Entwicklung mit potenziellen Spannungsfeldern: Während die derzeit nur moderat steigenden Preise – bei inflationsgebundenen Einkommen – die reale Leistbarkeit verbessern und die Nachfrage ankurbeln, könnte das nachlassende Neubauvolumen mittelfristig das Angebot verknappen und erneuten Preisdruck auslösen.

Mit einem betont unterhaltsamen und zugleich programmatischen Auftritt hat der Kanton Schwyz seine Rolle als Gastkanton an der 83. Olma in St. Gallen übernommen. Bereits die offizielle Eröffnungsfeier im Theater St. Gallen zeigte, wie breit sich der Innerschweizer Kanton präsentieren will – kulturell, politisch und touristisch. Unter dem Motto «Schwyz liefert» rückt der Kanton während elf Tagen ein gutes Stück weiter nach Osten und nutzt die Publikumsmesse als Schaufenster für seine Produkte, sein Brauchtum und seine Eigenheiten.
Musikalisch setzte Schwyz zum Auftakt auf vertraute Namen mit regionalen Wurzeln: Unter der geistreichen, pointierten Moderation der Schwyzer Dirigentin Graziella Contratto spannten Jodlerin Nadja Räss, Schwyzerörgeler Markus Flückiger, Kontrabassist Pirmin Huber, Violinist Raphael Nussbaumer, das Ensemble Kulturschock mit Mezzosopranistin Lydia Opilik sowie Sängerin Linda Elys den Bogen von Volksmusik über Klassik bis Pop. Das Publikum im Stadttheater dankte den Schwyzer Klängen, die sonst eher zwischen Mythen und Rigi zuhause sind, mit tosendem Applaus.
Auch die Bundespolitik war prominent vertreten. Bundesrat Guy Parmelin eröffnete die Messe traditionsgemäss mit einem Ferkel – in diesem Jahr mit Säuli Vivienne, das sich beim Fototermin mit lautem Quieken gegen den Auftritt wehrte. Der Landwirtschaftsminister nutzte die Bühne, um die Olma als «herausragenden Begegnungsort» zwischen Konsumenten und Landwirtschaft zu würdigen und sprach von einer «Schweiz im Kleinformat», in der Fachleute, Familien, Politiker und Tiere zusammenkommen. Gleichzeitig verwies er auf die «Ernsthaftigkeit der Lage» für die Landwirtschaft, etwa mit Blick auf Trockenheit und grosse Hitze im vergangenen Sommer.
Der Schwyzer Landammann Sandro Patierno und Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher, Präsidentin des Organisationskomitees für den Gastkanton-Auftritt, stellten den Kanton ins Zentrum. Patierno zeigte sich besonders stolz auf den in Übergrösse ausgestellten Bundesbrief, das Hölloch und die legendären Wetterpropheten und spielte im Bühnengespräch mit Contratto mit dem Motto «Schwyz liefert». Humor bewies er auch, als er – gefragt nach seinen Lieblingstieren – Wildsäue, Wölfe und die Asiatische Hornisse nannte und festhielt, der Kanton Schwyz «liefere» auch in dieser Hinsicht. Verwaltungsratspräsident Markus Streckeisen erklärte die Olma schliesslich offiziell für eröffnet und erinnerte daran, dass die Messe aus dem Zusammenspiel vieler Menschen und Partnerschaften entstehe.
Während der elf Messetage, die in St. Gallen als «fünfte Jahreszeit» gelten, setzt der Gastkanton auf ein Konzept mit zahlreichen Boxen, in denen Besucher Produkte und Bräuche aus Schwyz entdecken können. Neben Klassikern wie der Degustationshalle bleibt auch das traditionelle Säulirennen um 16 Uhr ein Publikumsmagnet. Für Bundesrat Parmelin, der direkt von einem Staatsbesuch in Neu-Delhi an den «etwas kleineren Flughafen» Altenrhein reiste, ist der Gang durch die Olma mehr als Folklore: Er bezeichnete den offenen Dialog zwischen Produzenten, Verarbeitern, Händlern, Konsumenten und Regulierungsbehörden als zentral – eine Botschaft, die zum Selbstverständnis der Messe und zum Auftritt des Gastkantons gleichermassen passt.