
Die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, hat diese Woche in Brüssel die Interessen der europäischen Regionen bei der anstehenden Reform der EU-Kohäsionspolitik vertreten. Gemeinsam mit Bayern lud sie zum Round Table Summit der "Power Regions of Europe", einem Zusammenschluss von 80 wirtschaftsstarken Regionen, die rund 62 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften und fast die Hälfte der EU-Bevölkerung vertreten. Mikl-Leitner betonte, dass die Regionen nicht als Bittsteller nach Brüssel kämen, sondern als Heimat der produktivsten Industriestandorte, innovativsten Forschungszentren und wettbewerbsfähigsten Unternehmen Europas.
Im Zentrum des Streits steht die geplante Änderung der EU-Kohäsionspolitik, die mit rund 392 Milliarden Euro für die Förderperiode 2021-2027 einen der größten Budgetposten der Union darstellt. Die EU-Kommission plant, Fördermittel künftig nicht mehr direkt an die Regionen auszuzahlen, sondern an die nationalen Regierungen zu überweisen, die dann für die Verteilung zuständig wären. Die Regionen wehren sich gegen diesen Vorschlag mit dem Argument, sie wüssten am besten, wo die Gelder vor Ort effektiv eingesetzt werden können und fürchten Bürokratie sowie Verzögerungen.
Für Niederösterreich sind EU-Förderungen von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 hat das Bundesland 760 Millionen Euro aus Brüssel erhalten, mit denen mehr als 6.000 regionale Projekte finanziert wurden. In der aktuellen Förderperiode erhält Österreich rund 1,3 Milliarden Euro, wovon 200 Millionen Euro nach Niederösterreich fließen. Diese Mittel haben Projekte wie das Haus der Digitalisierung in Tulln, den Aufbau von Technopolen in Krems, Tulln und Wiener Neustadt sowie grenzüberschreitende Kooperationen mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn ermöglicht.
Die "Power Regions of Europe", die 2024 gegründet wurden und unter dem gemeinsamen Vorsitz von Niederösterreich und Bayern stehen, erneuerten bei ihrem Gipfel in der bayrischen Landesvertretung in Brüssel ihre Forderung nach direkter Mitsprache bei der Gestaltung des Mehrjährigen Finanzrahmens ab 2028. Mikl-Leitner betonte, dass Europa in geopolitisch und wirtschaftlich bewegten Zeiten die richtigen Weichen stellen müsse und dass ein starkes Europa ein Europa der starken Regionen sein müsse. Die Regionen fordern, dass Brüssel nicht über sie, sondern mit ihnen spricht, insbesondere bei der Ausgestaltung der künftigen Förderpolitik.

Media Markt stellt die Führung seines Geschäfts in Österreich und der Schweiz neu auf. Wie die Muttergesellschaft Ceconomy mitteilt, übernimmt der italienische Manager Vittorio Buonfiglio die Funktion des CEO für die beiden Länderorganisationen und damit die Verantwortung für die sogenannte Alpine-Region. Der Schritt ist Teil einer breiteren Neuordnung der Konzernführung von Ceconomy, zu der auch Media Markt Saturn gehört.
Buonfiglio ist für den Elektronikhändler kein Unbekannter. Seit rund 15 Jahren bekleidet er verschiedene Führungspositionen innerhalb der Gruppe. Zuletzt war er seit Januar 2023 Chief Operating Officer von MediaWorld in Italien. Davor leitete er bereits die Schweizer Organisation als CEO, nachdem er zuvor unter anderem als COO in den Niederlanden tätig gewesen war. In seiner neuen Rolle soll er die Marktposition von Media Markt in Österreich und der Schweiz weiter ausbauen und dabei insbesondere die Entwicklung des Kunden- und Mitarbeitendenerlebnisses vorantreiben.
Der bisherige CEO der Region Österreich und Schweiz, Jan Niclas Brandt, rückt in den Vorstand von Ceconomy auf. Er übernimmt dort zum 1. April die neu geschaffene Funktion des Chief Customer Officer. Brandt hatte in den vergangenen Jahren die Neuausrichtung des Geschäfts in der Schweiz verantwortet und neue Wachstumsgeschäfte in beiden Ländern etabliert. Der zuständige Regional-CEO Guido Monferrini würdigte seine Leistungen und bezeichnete Buonfiglio zugleich als erfahrenen Führungsmanager mit breitem Know-how in E-Commerce, Marketing, Services & Solutions sowie Vertrieb.
Buonfiglio selbst kündigte an, auf dem bestehenden Fundament in Österreich und der Schweiz aufbauen zu wollen. Gemeinsam mit den Teams in der Alpine-Region wolle er Wachstum und Innovation vorantreiben und ein herausragendes Kundenerlebnis sicherstellen. Durch seine frühere Tätigkeit als CEO von Media Markt Schweiz gilt ihm die Dynamik der Märkte in der Region ebenso als vertraut wie die Strukturen der lokalen Teams.