
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall rechnet angesichts der Eskalation im Nahen Osten mit einem kräftigen Wachstum im Geschäft mit Flugabwehrsystemen. Konzernchef Armin Papperger sprach bei der Vorlage der Jahreszahlen von einem „steilen Wachstum“, nachdem die Nachfrage über ein Wochenende hinweg deutlich angezogen habe. Hintergrund ist der jüngste Iran-Konflikt, in dem der Iran massenhaft Drohnen einsetzt, um US-Stützpunkte in der Region sowie Israel und arabische Staaten anzugreifen.
Nach Unternehmensangaben kommen Rheinmetall-Flugabwehrgeschütze in dem aktuellen Konflikt bereits zum Einsatz und haben dort weit über 100 Drohnen abgeschossen. Papperger betonte, dass sich die Systeme sowohl militärisch als auch betriebswirtschaftlich bewähren. Staaten und Streitkräfte suchten angesichts des intensiven Drohneneinsatzes nach Lösungen, die große Mengen von Zielen abwehren können, ohne ihre Verteidigungsbudgets durch den massiven Einsatz teurer Lenkflugkörper zu überlasten.
Der Kostenunterschied ist erheblich: In den ersten 72 Stunden des Konflikts feuerten die USA und ihre Partner nach Angaben aus Unternehmenskreisen rund 2.000 Raketen und Lenkflugkörper im Wert von etwa vier Milliarden Dollar ab, um Angriffe abzuwehren. Dem stehen Drohnen gegenüber, die pro Stück auf rund 20.000 Dollar geschätzt werden. Rheinmetall verweist darauf, dass der Abschuss einer solchen Drohne mit den eigenen Waffensystemen insgesamt nur bis zu 5.000 Dollar kosten soll; ein Schuss im Kaliber 30 oder 35 Millimeter wird mit etwa 1.000 Dollar veranschlagt. Aus Sicht vieler Kunden macht dies Flugabwehrgeschütze gegenüber Raketenabwehrsystemen wie Patriot zunehmend attraktiver.
Papperger zufolge haben die jüngsten Ereignisse die Investitionsbereitschaft vieler Länder deutlich erhöht. Die Telefone hätten „übers Wochenende nicht still“ gestanden, sagte der Vorstandschef, ohne konkrete Auftragseingänge oder Kundennamen zu nennen. Rheinmetall plane, die Produktion von Flugabwehrsystemen auszubauen, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Flankierend investiert der Konzern in seine Raketenkompetenz und baut in Unterlüß eine Raketenmotorfabrik, um sich breiter in der Luftverteidigung aufzustellen und künftige Nachfrage in verschiedenen Segmenten der Rüstungsindustrie abzudecken.

Media Markt stellt die Führung seines Geschäfts in Österreich und der Schweiz neu auf. Wie die Muttergesellschaft Ceconomy mitteilt, übernimmt der italienische Manager Vittorio Buonfiglio die Funktion des CEO für die beiden Länderorganisationen und damit die Verantwortung für die sogenannte Alpine-Region. Der Schritt ist Teil einer breiteren Neuordnung der Konzernführung von Ceconomy, zu der auch Media Markt Saturn gehört.
Buonfiglio ist für den Elektronikhändler kein Unbekannter. Seit rund 15 Jahren bekleidet er verschiedene Führungspositionen innerhalb der Gruppe. Zuletzt war er seit Januar 2023 Chief Operating Officer von MediaWorld in Italien. Davor leitete er bereits die Schweizer Organisation als CEO, nachdem er zuvor unter anderem als COO in den Niederlanden tätig gewesen war. In seiner neuen Rolle soll er die Marktposition von Media Markt in Österreich und der Schweiz weiter ausbauen und dabei insbesondere die Entwicklung des Kunden- und Mitarbeitendenerlebnisses vorantreiben.
Der bisherige CEO der Region Österreich und Schweiz, Jan Niclas Brandt, rückt in den Vorstand von Ceconomy auf. Er übernimmt dort zum 1. April die neu geschaffene Funktion des Chief Customer Officer. Brandt hatte in den vergangenen Jahren die Neuausrichtung des Geschäfts in der Schweiz verantwortet und neue Wachstumsgeschäfte in beiden Ländern etabliert. Der zuständige Regional-CEO Guido Monferrini würdigte seine Leistungen und bezeichnete Buonfiglio zugleich als erfahrenen Führungsmanager mit breitem Know-how in E-Commerce, Marketing, Services & Solutions sowie Vertrieb.
Buonfiglio selbst kündigte an, auf dem bestehenden Fundament in Österreich und der Schweiz aufbauen zu wollen. Gemeinsam mit den Teams in der Alpine-Region wolle er Wachstum und Innovation vorantreiben und ein herausragendes Kundenerlebnis sicherstellen. Durch seine frühere Tätigkeit als CEO von Media Markt Schweiz gilt ihm die Dynamik der Märkte in der Region ebenso als vertraut wie die Strukturen der lokalen Teams.