Der brasilianische Senator Flavio Bolsonaro hat nach seiner knappen Niederlage bei der Stichwahl am Sonntag gegen Präsident Luiz Inacio Lula da Silva das Land verlassen. Ein Vertrauter des Politikers bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag Medienberichte, wonach er sich bereits auf dem Weg in die Vereinigten Staaten befinde. Aus US-Kreisen verlautete zudem, dass der Senator zum Zeitpunkt der Berichterstattung an Bord eines Flugzeuges mit Ziel USA sei.
Die Ausreise erfolgt vor dem Hintergrund eines massiven juristischen Drucks in seiner Heimat. Gegen den ältesten Sohn des ehemaligen rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro wird wegen Geldwäscheverdachts ermittelt, wobei Flavio Bolsonaro die Vorwürfe bestreitet. Der Oberste Gerichtshof hatte ihm aufgrund dieses Verfahrens die Ausreise untersagt und die Abgabe seiner Reisepässe bei der Bundespolizei angeordnet.
Laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Quellen versäumte der Senator jedoch eine vom Obersten Richter Alexandre de Moraes gesetzte Frist von 24 Stunden zur Abgabe der Dokumente. In der Folge wurden die Pässe inzwischen annulliert. Trotz dieser rechtlichen Entwicklungen in Brasilien signalisieren die Vereinigten Staaten Kooperationsbereitschaft gegenüber dem Politiker.
Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums versicherte, dass die Behörde Flavio Bolsonaro und seiner Familie Visa ausstellen und ihnen die Einreise in die USA gestatten werde. Dies folgt einem ähnlichen Muster wie bei seinem Vater, Jair Bolsonaro, der 2022 nach seiner eigenen Niederlage gegen Lula ebenfalls in die USA gereist war. Während Jair Bolsonaro später nach Brasilien zurückkehrte, wurde er in der Folge wegen der Planung eines Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilt.



